Es ist 21:11

Ich bin hier, auf dem Boden meines Zimmers. Ich habe den ganzen Nachmittag gesessen und vor allem habe ich den ganzen Nachmittag hirnlose, bedeutungslose Spiele gespielt. Im Klassenchat, irgendwann Mitte nachmittag: Diskussion über beta Strahlen und deren Auswirkungen. Ich habe keine Erklärung und kein Wissen über diese Strahlen. Ich könnte jedoch sehr viel über „Episodes“ erzählen, ein Spiel indem man Entscheidungen trifft und sich eine Geschichte entwickelt. Ja, in „Episodes“ war ich heute sehr erfolgreich. Lucie hat  nämlich geheiratet, Georgia hat ihr Arztstudium erfolgreich begonnen und auf dem Campus sogar schon viele neue Bekanntschaften gemacht. Kalea? Die war heute weniger produktiv. Die war auch gestern weniger produktiv, in Lucies Hochzeitsvorbereitungen gab es nämlich einige Krisen, die dringender als irgendwelche Dinge im realen Leben waren. Doch das ist nach Jane McGonials Text ja gar nicht schlimm. Ist in Ordnung so, durch meinen Konsum generiere ich ja auch Arbeitsplätze in dieser Branche…

Ist das so? Ist es okay, dass ich mich so sehr von virtuellen Dingen ablenken lasse? Bin das nur ich, ist es meine eigene fehlende Selbstdisziplin?

Mir nervt diese konstante Ablenkung. Mich nervt es, dass ich immer so unproduktiv bin. Es bringt mir für meine Zukunft effektiv nichts, wenn Georgia studiert, um Ärztin zu werden. Ich muss mein reales Leben im Griff haben, nicht die Leben von virtuellen Figuren.

Es mag ja sein, dass Games für viele nur Positives bringen. Für mich allerdings leider nicht.

Und ich entziehe mich ab jetzt davon. Alle Spiele werden am meinem Handy gelöscht und falls ich jemals beim Spielen eines Handspiels erwischt werde, hat jeder das volle Recht mir eine Ohrfeige zu geben. Ernsthaft.

Es gibt sinnvolleres zu tun.

Und wer Games braucht, um sich der Realität nicht zu stellen sollte sich meiner Meinung nach einige Gedanken zu seinem Leben machen.

giphy

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8 Gedanken zu “Es ist 21:11

    1. Danke! Und zu Ihrer Frage: Natürlich wollen die Meisten sich wahrscheinlich der Realität nicht stellen. Ich denke einfach, man muss es tun, auch wenn es unangenehm ist. Im grossen und ganzen ist es meiner Meinung nach besser für sich selbst, in der harten Realität zu leben.

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  1. Ich erkenne mich in deinem Text wieder. Mir geht es oft so, dass ich meine Hausaufgaben und andere Pflichten aufschiebe und mich von anderen Dingen ablenken lasse. Bei mir ist es allerdings nicht das Gamen, sondern mein Dashboard auf Tumblr.

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